…darum geht’s nicht nur Theodor Fontane in seinem GEDICHT, sondern auch mir in diesem BLOG. Um FERIEN, SOMMERFRISCHE, ein erwandertes PICKNICK unter einer gewaltigen Linde, REZEPTE, gut vorzubereiten. Um fertige Köstlichkeiten von HOFLÄDEN oder im Internet zu bestellen. Diese Leckereien in Gläsern und Anderes sind wunderbare MITBRINGSEL. Was sind KRÄUTERBUSCHEN, was fleucht in meinem GARTEN.
Doch zurück zu Herrn Fontane :
SONNTAGSRUHE, DORFESSTILLE,
KIND UND KNECHT UND MAGD SIND AUS,
UNTERM HERDE NUR DIE GRILLE,
MUSIZIERET DURCH DAS HAUS
Wie könnte ich bloss eine Grille unter meinen Herd bekommen? Grillenzirpen ist für mich der Inbegriff des puren Sommers. Wobei Heimchen am Herd ja vollkommen aus der Mode geraten sind. Ich bin, glaube ich, eher keins. Am Herd halte ich mich relativ selten auf. Um mich gut zu ernähren, ja, aber eher, um Freunde einzuladen und Rezepte zum Fotografieren zu entwickeln. Dieses Mal, um ein Picknick vorzubereiten. Den Platz hatte ich schon lange im Kopf.

Es wird ein Überraschungs-Picknick. Den Tisch decke ich mit Hingabe, als Geschenk für liebe Freunde. Ein paar verschwiegene Komplizen machen es möglich. Sie wandern mit den Beschenkten, die nur von einer Überraschung im Freien wissen, zum verabredeten Platz.

Anlässlich grosser Hitze stelle ich als Willkommen den „Gurken-Limetten-Drink“ bereit. Eine Kühlbox mit Eiswürfeln sollte dabei sein.

Mein ausgesuchter Tisch steht unter der Friedenslinde von Erlhof-Ebensfeld. Sie wurde 1871 gepflanzt, als in Frankfurt am 10. Mai der Friedensvertrag den Deutsch-Französischen Krieg beendete. Heute ist sie ein mächtiges Naturdenkmal und beschirmt uns bei unserem Mahl.
Also, ran an die „Buletten“. Es sind eher mediterrane Buletten geworden, passend zum heissen Spätsommer und meinem Lieblingsbuch.

So schön farbig wird das Gemüse mit gelben Scheiben meiner bereits reifen Tomate „Potato Leaf variagated“. Bin ich ganz stolz drauf!
Lauwarm gebe ich den Saft einer halben Zitrone darüber. Kann ohne Zitrone im Kühlschrank auf seinen Solo-Auftritt warten. Zu gegrilltem Fleisch aller Sorten ebenso perfekt, wie auch das „Taboulé“.

Mit seinem üppigen Pfefferminz-Anteil extrem erfrischend.
Für den kleinen Hunger zwischendurch ruht bei mir dieser Käs meistens im Kühlschrank, für’s Picknick gut zu transportieren.

Nach persönlicher Vorliebe vom Schaf oder der Ziege
Salami gibt Halt zwischen die Zähne…

…und Baguette, Brezeln und Vollkorbrot begleiten drunter und dazu.

Gerne erweitere ich zeitsparend das Speisenangebot mit dem, was Andere mir fertig und lecker anbieten. Die Lebensmittelhandwerker vom Unternehmen Petersilchen GmbH produzieren mit viel Handarbeit Brotaufstriche und Mehr. Ich habe es auf der BioFachMesse gefunden.

Unter dem Namen „Sanchon“ ziert seit 25 Jahren die Gläser das persönliche Portrait des Esels „Lilia“ von Firmeninhaber Herrn Rebentisch. Mit Kompagnon Herrn Vogel, der den Cervantes Klassiker „Don Quijote“ liebt, zusammen über der Namensfindung sitzend, inspirierte Lilia mit lautem „I-ah“ beide zum Namen „Sanchon“, in Anlehnung an Sancho Panza, der als bodenständiger Genussmensch Don Quijote auf seinem Esel begleitet.
Picknicken ist eins meiner liebsten Mahle, dafür habe ich gerne diese 5 Begebenheiten: 1. Natur mit guter, weitläufiger Aussicht nach vorne. Eine blühende Wiese darf sich durchaus vor mir ausbreiten, auch ein steiler Abhang den Schritt nach vorne verbietend. Ich sitze ja und kann so den Blick in den Abgrund geniessen. 2. Nach oben, bzw. dahinter, schützt mich ein Waldrand oder mindestens einen grösserer Baum vor zu heisser Sonne. 3. Keinen Niederschlag, in welcher Form auch immer.

4. Ruhe. Und 5. natürlich, feine Sachen zu essen und zu trinken.
Ganz in der Nähe im Dörfchen Erlhof hat das sehr nette Ehepaar Weiß Ferienwohnungen Sie erzählten mir, dass des öfteren Gäste mit Tiegeln und Töpfen zur Linde ziehen, um dort zu tafeln! Also ein bewährtes Plätzchen. Ein paar gefüllte Datteln

zu einem Glas Rosé lassen sich leicht hinauf tragen!
Damit ist für mich das Glück fast vollkommen, aber Schmökern in einem guten Buch kanns noch toppen! Dieses tuts immer wieder und gab mir die Lust auf südliche Rezepte.

Es füllt meinen Kopf mit entspannten südfranzösischen Bildern, von Freunden, die es sich an langer Tafel unter schattigen Maulbeerbäumen in rundherum flirrender Hitze gut gehen lassen. Grillen zirpen, es duftet nach in der Sonne dürr und gelb gewordenen Gras, im Rosé klirren Eiswürfel.

Das können wir in diesen heissen Sommern auch bei uns haben!
O.K., die oben geschilderten Speisen brauchen etwas Vorbereitung. Manchmal blöd. Geht auch direkter. Mein Vorschlag, andere backen und kochen zu lassen.
Auf dem Ausflug per pedes, Rad, Motorrad, Auto durch kleine Landschaften mit Picknick-Plätzen liegen am Weg Bauernläden, Bäckereien, Direktvermarkter, es sind Märkte zu entdecken, die den Picknick-Hunger und -Durst im Nu aufs Feinste stillen. Gleichzeitig sind hier schnellstens alle Mitbringsel eingetütet.
In Oberfranken gibts genügend Geheim-Tipps. Diese und Geschichten über die Region in der Region sind zu finden im „Obermain.Jura Das Magazin“. Wenn’s nicht unterwegs ausliegt, senden es die Damen vom Landratsamt Lichtenfels gerne zu. Telefon:09571/18283
Wer uf seinem Wanderweg in dieser Gegend für seine Bildung einen Abstecher machen will, schaut beim Korbmuseum in Lichtenfels rein. Da gibts einen Museums-Shop mit allen Sorten Körben für Picknicks

und noch mehr: Geflochtene Hütchen halten den Kopf kühl im sonnigen fränkischen Sommer…

…und lassen den Gedanken an Wolliges, Warmes zu. Wer vorausschauend denkt, weiss, kühle Nächte kommen bestimmt.

Schaffelle machen sie kuscheliger, wenn sie rechtzeitig eingekauft und ins heimische Bett, auf das Sofa verfrachtet wurden. Die Schäfer Familie Göhl lässt die Felle ohne Chrom, d.h. natürlich gerben. Das kann bis zu einem Jahr dauern. Wenns so weit ist, sind sie in Wotzendorf bei Ihnen anlässlich einer Runde durch die Fränkischen Schweiz zu erwerben.

Slow-Felle, sozusagen, in Weiss und puscheligem Dunkelbraun. Ihre ca. 300 Schafe zählende Herde ernährt die 4-köpfige Familie inzwischen, leidenschaftlich sind sie ihr zugetan. Das brauchts, Schäfer müssen heute biologische Experten sein, neben allem Schäferei Wissen. Schäferei Markus Göhl Tel.: 0160-94 85 12 17
Der Spätsommer ist nicht nur eine gute Zeit zum Wandern, sondern auch fürs Kräutersammeln. Jetzt haben sie die Kraft der Sonne in sich gebündelt. Die Tradition in Sesslach will’s, Mitglieder des Katholischen Frauenbunds in Sesslach schneiden am Tag vor Mariä Himmelfahrt auf Feldern und in Ihren Gärten Heilkräuter, die in den hier traditionellen Kräuterbuschen gehören. Im Kirchhof werden alle zusammen ausgelegt.

Und das Buschenbinden beginnt. 7 Kräuter mindestens , in die Mitte eine Königskerze, wenn’s denn davon genug gibt! Fürs Auge sind Sonnenblumen dabei und was sich sonst noch finden lässt und gut passt. Alle gestalten mit am grossen Strauss für die Kirche.

Im Gottesdienst an Mariä Himmelfahrt werden alle Buschen


geweiht und gesegnet, dann entfalten sie die Kraft, Heim und Herd zu schützen bis zum nächsten Jahr. Hängt auch über meinem Herd.
Von Heim und Herd geht’s in meinen Garten, da summts ordentlich. Die friedlichste Wespenart die es gibt, baut in der Remise ein riesiges Nest und lässt mich ohne jede aggressive Reaktion zum Fotografieren ganz nah ran. Faszinierend, winzig haben sie angefangen mit ca 6 Wabenzellen. Dann kam die Aussenhaut, immer perfekter hüllte sie sich drumrum, wurde immer grösser und grösser gebaut. Perfekt und wunderschön.

Weil ich so neugierig bin, habe ich das verlassene vorjährige Nest aufgehoben und mal vorsichtig aufgeschnitten. Für mich sieht’s aus, wie von Issey Miyake. Aber: Alles echte Natur, ohne Mensch!

Damit noch mal zu Theodor…
TÜR UND FENSTER BLEIBEN OFFEN,
DENN ES SCHWEIGEN LUFT UND WIND,
IN UNS SCHWEIGEN WUNSCH UND HOFFEN,
WEIL WIR GANZ ZUFRIEDEN SIND.
Mit Herrn Fontane versuche ich das zu bleiben, so, wie der Kater bei seiner Siesta unterm Sonnenschirm.

Das Gleiche wünsche ich allen meinen Sommer-BLOG-Besuchern!
Bis zum nächsten!

